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January 1, 2026

U-100 vs U-40 Insulinspritzen: warum Tiere die andere Skala brauchen

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By Angel

Director, meeco Servicios Globales S.L.

U-100 vs U-40 Insulinspritzen: warum Tiere die andere Skala brauchen

Wer in der Humanmedizin mit Insulin zu tun hat, ist U-100 gewohnt. Wer einen frisch diagnostizierten diabetischen Hund oder eine Katze nach Hause bringt, hört plötzlich U-40. Zwei Zahlen, ein Wirkstoff, derselbe Zweck — und doch nicht austauschbar. Dieser Beitrag erklärt warum, wo der Unterschied herkommt, und warum die Verwechslung der häufigste vermeidbare Behandlungsfehler in der Heim-Insulintherapie beim Tier ist.

Was die Zahl bedeutet

"U" steht für Units pro Milliliter. Eine U-100 Insulinlösung enthält 100 Einheiten Wirkstoff in einem Milliliter. Eine U-40 Lösung enthält 40 Einheiten in einem Milliliter. Mehr nicht.

Das ist kein chemischer Unterschied am Insulin selbst — das Molekül ist dasselbe, oft sogar derselbe Hersteller. Es ist eine Konzentrationsangabe, vergleichbar mit einem Espresso doppio gegenüber einem Lungo: gleicher Kaffee, anderes Verhältnis Wasser zu Wirkstoff.

Eine Insulinspritze ist auf eine bestimmte Konzentration geeicht. Die Skala — die Striche auf dem Spritzenkörper — sagt nicht "0,1 ml", sondern "4 Einheiten". Ob ein Strich tatsächlich 4 Einheiten Wirkstoff entspricht, hängt davon ab, ob die Konzentration im Fläschchen mit der Skala der Spritze übereinstimmt.

Warum überhaupt zwei Standards?

Die kurze Geschichte: U-40 war jahrzehntelang der weltweite Standard. In den 1980er Jahren wechselte die Humanmedizin auf U-100, weil dieselbe Dosis dann in einem kleineren Volumen Platz findet — angenehmer für Patienten, die mehrmals täglich spritzen, und wesentlich praktischer für Insulin-Pens, deren ganze Konstruktion auf konzentrierter Lösung beruht.

Die Veterinärmedizin blieb bei U-40. Die Gründe sind teils historisch, teils praktisch: Tier-Insuline sind oft Suspensionen, die in höherer Konzentration unstabil werden würden. Die Dosen liegen pro Tier im einstelligen Bereich, da bringt das größere Volumen sogar einen Genauigkeitsvorteil. Und die etablierten Marken (Caninsulin/Vetsulin von MSD, Prozinc von Boehringer) sind seit Jahrzehnten U-40 — eine Umstellung würde Tausende von Dosierungsprotokollen umwerfen.

Das Ergebnis: in der Apotheke liegt U-100, im Tierarztkühlschrank liegt U-40. Beide sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Was passiert bei einer Verwechslung?

Hier wird es konkret. Drei Szenarien, alle mit derselben Verordnung: drei Einheiten Caninsulin (U-40), zweimal täglich.

Szenario A — alles richtig: U-40 Spritze, U-40 Insulin. Drei Striche auf der Skala = drei Einheiten Wirkstoff = 0,075 ml Lösung. Funktioniert.

Szenario B — U-100 Spritze, U-40 Insulin: Halter zieht "drei Einheiten" auf einer U-100 Spritze auf. Die U-100 Spritze ist aber so geeicht, dass drei Einheiten 0,03 ml entsprechen — bei U-100 Insulin wären das genau 3 Einheiten Wirkstoff. Aus U-40 Insulin gezogen sind 0,03 ml aber nur 1,2 Einheiten. Die Katze bekommt 40% der verordneten Dosis. Die Behandlung wirkt nicht, der Blutzucker bleibt hoch, der Halter denkt das Insulin sei "schwach" und erhöht eigenmächtig — und stolpert irgendwann beim Gegenversuch.

Szenario C — U-40 Insulin, U-100 Spritze, "umgerechnet": Halter weiß, dass die Konzentrationen anders sind, und versucht zu rechnen. Aus dem Kopf: "U-40 ist weniger konzentriert, also brauche ich mehr Volumen." Statt drei Strich auf U-100 zieht er das 2,5-fache auf, also etwa 7-8 Striche. Die Katze bekommt 2,5-mal die Dosis — bei einer kleinen Katze mit drei Einheiten Standard sind das 7,5 Einheiten. Reicht für eine schwere Hypoglykämie mit Krampfanfall.

Szenario C ist statistisch das gefährlichste, weil es genau die Halter trifft, die sich Mühe geben und meinen mitzudenken.

Die Umrechnungstabelle (zur Veranschaulichung — nicht zur Anwendung)

U-40 Dosis (Einheiten) Volumen in ml Auf U-100 Skala (Einheiten)
1 0,025 ml 2,5
2 0,050 ml 5,0
3 0,075 ml 7,5
4 0,100 ml 10,0
5 0,125 ml 12,5
6 0,150 ml 15,0
8 0,200 ml 20,0
10 0,250 ml 25,0

Die Tabelle steht hier ausdrücklich nicht, damit Sie umrechnen, sondern damit der Faktor 2,5 sichtbar wird. Jede halbe Stelle, an der Sie sich verlesen — Komma versehentlich falsch verschoben, Skala falsch interpretiert — wird mit 2,5 multipliziert. Das ist der Hebel, der Hypoglykämien produziert.

Tierärzte, das Bundesverband Praktischer Tierärzte und die internationale Veterinär-Diabetesgesellschaft empfehlen einstimmig dasselbe: niemals umrechnen. Immer die zur Insulinkonzentration passende Spritze verwenden.

Wie erkennen Sie die richtige Spritze?

Drei Stellen sollten Sie auf jeder Verpackung prüfen, bevor Sie einen Karton öffnen:

  1. "U-40" auf der Spritzenverpackung selbst — meist groß auf der Vorderseite, oft in Rot oder mit einem auffälligen Tier-Symbol.
  2. Skala mit Maximalwert — eine 1 ml U-40 Spritze ist auf 40 Einheiten geeicht, nicht auf 100.
  3. Nadelkappe in der Veterinär-typischen Farbe — viele Hersteller (BD Vet, Sol-Vet) verwenden andere Farbcodes als bei der Humanlinie, um Verwechslungen am Lager zu vermeiden.

Im Zweifel: die Verpackung neben das Insulinfläschchen legen. Steht auf beiden U-40, ist die Welt in Ordnung.

Unsere U-40 Linie

Wir führen drei U-40 Vet-Insulinspritzen mit den drei in der Praxis gebräuchlichen Volumen:

  • 0,3 ml mit 30G x 8 mm Kanüle — die Mikrodosis-Variante für Katzen und kleine Hunde mit niedrigen Tagesdosen unter 12 Einheiten.
  • 0,5 ml mit 29G x 12,7 mm Kanüle — der Allrounder für die meisten Katzen und kleinen Hunde.
  • 1 ml mit 29G x 12,7 mm Kanüle — für mittlere bis große Hunde mit höheren Dosierungen.

Alle drei Produkte sind ISO 13485 produziert, einzeln verpackt, ethylenoxidsterilisiert und werden aus unserem Lager in Spanien EU-weit in 2-3 Werktagen ausgeliefert. Versandkostenfrei ab 39 € — eine 100er Packung liegt damit immer im versandkostenfreien Bereich.

Die Skala-Frage ist eine der wenigen Stellen in der häuslichen Tiermedizin, wo es keine "fast richtige" Lösung gibt. Entweder die Spritze passt zum Insulin oder sie passt nicht. Wenn Sie sich beim Bestellen einmal die Mühe machen, das auf der Verpackung doppelt zu prüfen, sparen Sie sich für den Rest der Therapie eine ganze Klasse von Risiken.


Medizinischer Hinweis: Diese Information ersetzt keine tierärztliche Beratung. Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt vor Änderungen der Insulindosis.

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