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July 19, 2026 6 Min. Lesezeit

Spritzengrößen erklärt: Gauge, Nadellänge und Volumen

29G, 30G, 31G – was bedeuten diese Angaben? Ein verständlicher Leitfaden zu Gauge, Nadellänge und Zylindervolumen auf Spritzenetiketten.

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Von InjectKit Editorial

meeco Servicios Globales S.L. • Geprüft July 19, 2026

Spritzengrößen erklärt: Gauge, Nadellänge und Volumen

Jede Spritze wird im Wesentlichen durch drei Angaben beschrieben: Gauge, Nadellänge und Zylindervolumen. Wer diese drei Werte lesen kann, versteht die wichtigsten Größenangaben auf nahezu jedem Produktetikett – unabhängig davon, von welchem Anbieter das Produkt stammt. Die Kombination wirkt zunächst technisch, folgt aber einer einfachen Logik. Dieser Überblick erklärt die Begriffe einzeln und zeigt anschließend, wie sie zusammengehören.

Dabei lohnt es sich, die Werte nicht miteinander zu verwechseln. Gauge sagt etwas über die Dicke der Nadel aus, die Millimeterangabe über ihre Länge und die Milliliterangabe über das Fassungsvermögen des Spritzenzylinders. Keine dieser Zahlen ersetzt eine andere. Erst gemeinsam ergeben sie eine eindeutige Produktbeschreibung.

Gauge: die Dicke der Nadel

Der Gauge-Wert wird als Zahl mit einem nachgestellten „G“ geschrieben, zum Beispiel 30G. Er beschreibt den Außendurchmesser der Nadel. Die wichtigste Regel ist zugleich die ungewohnteste: Je höher die Gauge-Zahl, desto dünner ist die Nadel. Eine 31G-Nadel ist somit feiner als eine 30G-Nadel; eine 29G-Nadel ist von diesen drei Varianten die kräftigste.

Gauge Außendurchmesser Charakteristik
29G ca. 0,34 mm Kräftigste der feinen Größen – stabiler und schneller beim Aufziehen
30G ca. 0,31 mm Der ausgewogene Mittelweg für den Alltag
31G ca. 0,26 mm Üblicherweise die feinste verfügbare Größe – auf der Haut am wenigsten spürbar

Der Abstand zwischen den Durchmessern sieht auf dem Papier gering aus. Bei einer so kleinen Nadel ist er dennoch relevant. Eine feinere Nadel wird häufig als angenehmer empfunden, Flüssigkeit bewegt sich durch die engere Öffnung jedoch langsamer. Sehr feine Nadeln können sich außerdem leichter biegen. Eine etwas kräftigere Nadel ist dagegen steifer und lässt Flüssigkeit schneller passieren. Genau dieser Ausgleich zwischen Komfort, Durchfluss und Handhabung erklärt, warum 29G, 30G und 31G parallel angeboten werden. Die höchste Zahl ist nicht automatisch für jede Anforderung die passendste.

Alle drei feinen Gauge-Größen finden Sie in unserem Sortiment an sterilen 1-ml-Spritzen. Bei diesen Ausführungen ist die Nadel fest mit dem Zylinder verbunden; jede Spritze ist einzeln steril verpackt. Auf der Produktseite stehen Gauge und Länge getrennt, damit beide Werte direkt vergleichbar bleiben.

Nadellänge: Millimeter statt Gauge

Die Länge wird unabhängig vom Gauge-Wert angegeben, meistens in Millimetern. Bei fest verbundenen Nadeln sind 5 mm, 6 mm, 8 mm und 12,7 mm verbreitete Längen. Die Kennzeichnung „30G × 8 mm“ bedeutet daher: Die Nadel hat ungefähr 0,31 mm Außendurchmesser und ist 8 mm lang. Das Multiplikationszeichen verbindet zwei Maße, die unterschiedliche Eigenschaften beschreiben.

Gauge und Länge lassen sich frei kombinieren. Eine dünne Nadel kann kurz oder lang sein; ebenso kann eine kräftigere Nadel eine geringe Länge haben. Aus „31G“ allein lässt sich deshalb keine Nadellänge ableiten, und aus „8 mm“ ergibt sich kein Durchmesser. Wer zwei Produkte vergleicht, sollte immer beide Angaben prüfen. Besonders bei ähnlich benannten Packungen verhindert das einen Fehlvergleich.

Manche Etiketten verwenden Zollangaben zusätzlich zu Millimetern. So entsprechen 12,7 mm einem halben Zoll. Entscheidend ist nicht die verwendete Maßeinheit, sondern dass dieselbe Eigenschaft verglichen wird. Wird eine Länge einmal in Zoll und einmal in Millimetern genannt, sollte sie zunächst in dieselbe Einheit umgerechnet werden. Der Gauge-Wert bleibt davon völlig unberührt.

Volumen: das Fassungsvermögen des Zylinders

Die dritte Größe betrifft nicht die Nadel, sondern den transparenten Spritzenzylinder. 0,3 ml, 0,5 ml und 1 ml sind typische Größen für kleine Volumina. Die aufgedruckten Teilstriche unterteilen dieses Gesamtvolumen in kleinere Schritte. Bei einem 1-ml-Zylinder liegen die Markierungen je nach Ausführung beispielsweise in Abständen von 0,01 oder 0,02 ml.

Zwei praktische Unterschiede sind beim Lesen wichtig:

  • Kleinere Zylinder besitzen häufig feinere und weiter auseinanderliegende Skalen. Kleine Mengen lassen sich auf einem 0,3-ml- oder 0,5-ml-Zylinder oft leichter ablesen als auf einem größeren Zylinder, weil derselbe Abschnitt mehr Platz auf der Skala einnimmt.
  • U-100-Markierungen verwenden eine andere Skala. Einige Zylinder tragen statt Millilitern eine Einteilung in „Einheiten“. Bei dieser Beschriftung entsprechen 100 Einheiten einem Milliliter. Vor einem Vergleich sollte daher geprüft werden, ob beide Produkte tatsächlich dieselbe Skala verwenden.

Auch hier gilt: Das Fassungsvermögen verändert weder Gauge noch Nadellänge. Eine 1-ml-Spritze kann mit verschiedenen Nadeldurchmessern und -längen erhältlich sein. Umgekehrt kann dieselbe Nadelgröße auf Zylindern mit unterschiedlichem Volumen sitzen. Die Milliliterzahl nennt lediglich die maximale Kapazität des Zylinders und die Grundlage seiner Skala.

Eine vollständige Kennzeichnung lesen

Setzt man die Angaben zusammen, wird aus einer scheinbar komplizierten Zeile eine klare Beschreibung. „31G × 6 mm, 0,5 ml“ steht für eine sehr feine Nadel mit ungefähr 0,26 mm Außendurchmesser, eine Nadellänge von 6 mm und einen Zylinder mit einem Fassungsvermögen von einem halben Milliliter.

Am einfachsten liest man die Zeile von links nach rechts:

  1. 31G bezeichnet den Nadeldurchmesser.
  2. 6 mm bezeichnet die Länge der Nadel.
  3. 0,5 ml bezeichnet das Volumen des Zylinders.

Diese Reihenfolge ist auf vielen Verpackungen üblich, doch das Layout kann abweichen. Hersteller können das Volumen besonders groß auf die Vorderseite drucken und Gauge sowie Länge an anderer Stelle nennen. Maßgeblich bleiben deshalb die Einheiten G, mm und ml. Sie zeigen zuverlässig, welche Zahl zu welcher Produkteigenschaft gehört.

Weitere Anschlüsse und Nadelformen

Nicht jede Spritze besitzt eine fest angebrachte Nadel. Luer-Lock-Spritzen haben an der Spitze ein Gewinde für austauschbare Nadeln. Zylinder und Nadel sind separate Komponenten; die Nadel wird aufgeschraubt und dadurch sicher fixiert. Bei solchen Produkten müssen die Angaben auf beiden Verpackungen gelesen werden: Das Zylindervolumen steht auf der Spritze, während Gauge und Länge zur gewählten Nadel gehören.

Stumpfe 18G-Aufziehkanülen sind breite, nicht scharfe Kanülen, die ausschließlich dazu dienen, Flüssigkeit zügig aus einem Fläschchen aufzuziehen. Sie sind nicht für andere Zwecke vorgesehen. Deshalb können in einem vollständigen Zubehörbestand zwei deutlich unterschiedliche Komponenten vorkommen: eine stumpfe, breite Kanüle zum Aufziehen und eine feine Nadel für die eigentliche Aufgabe. Die großen Unterschiede bei Gauge und Form sind beabsichtigt und entsprechen den verschiedenen Funktionen.

Die Art des Anschlusses gehört somit ebenfalls zur Produktbeschreibung. „Fest verbunden“ bedeutet, dass Nadel und Zylinder eine Einheit bilden. „Luer-Lock“ bezeichnet dagegen die verschraubbare Verbindung. Zwei Produkte mit gleichem Volumen sind nicht gleich, wenn eines eine feste Nadel trägt und das andere nur einen Anschluss für eine separat auszuwählende Nadel besitzt.

Ein vollständiges Set zusammenstellen

Wer die einzelnen Zahlen nicht selbst zu einem Set kombinieren möchte, kann damit ein eigenes Kit zusammenstellen. Der Konfigurator führt durch die Auswahl von Gauge und Packungsgröße und ergänzt dazu passendes Zubehör wie Alkoholtupfer und sterile Fläschchen. Der Gesamtpreis wird während der Zusammenstellung fortlaufend angezeigt.

Für einen schnellen Produktvergleich hilft eine feste Reihenfolge: zuerst den Anschlusstyp prüfen, dann Gauge und Nadellänge vergleichen und zuletzt Zylindervolumen sowie Skalenteilung ansehen. So bleibt erkennbar, ob zwei Packungen wirklich dieselben Eigenschaften haben. Ähnlich aussehende Spritzen können sich in nur einem dieser Punkte unterscheiden, und gerade diese einzelne Abweichung kann der Grund für die eigene Auswahl sein.

Die Kurzfassung lautet daher: G steht für die Nadeldicke, mm für die Nadellänge und ml für das Zylindervolumen. Beim Gauge-System läuft die Zahl entgegengesetzt zum Durchmesser – eine größere Zahl bezeichnet eine feinere Nadel. Mit diesen vier Merksätzen lässt sich eine Spritzenkennzeichnung ohne Rätselraten lesen.


Dieser Artikel enthält allgemeine Produktinformationen über medizinisches Verbrauchsmaterial und stellt keine medizinische Beratung dar. Bei Fragen zu einem medizinischen Verfahren wenden Sie sich an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.

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